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Ramadan, der Fastenmonat der Muslime – in den vergangenen Tagen berichtete die Marler Zeitung davon auf vielfältige Weise. Ramadan ist besonders auch die Zeit des Teilens, mit den Nachbarn, Kollegen und Freunden. Drei junge Frauen des Vereins Friedensweg e.V. hatten sich etwas Besonderes überlegt: wie können wir in diesen schwierigen Zeiten von Corona, wo der Kontakt mit dem Nächsten so schwer ist, trotzdem teilen? Sie beschlossen mit Zustimmung des Vorstands, der sehr stolz ist auf Meriam Lihedheb-Khaled, Jusra Arroum und Rahma Lihedheb, arabische Speisen für die fastenden Menschen in der Sammelunterkunft des Landes NRW am Lehmbecker Pfad zu kochen.

Täglich bereiteten sie im Vereinsheim an der Karl-Liebknecht-Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zur ZUE vielfältige Speisen für fast 40 Personen zu – angefangen von  Suppe, über Salat und Fleisch mit Reis, sowie diversen kleinen köstlichen Dingen. Der türkische Supermarkt in Marl Sinsen (Ani-Markt),  unterstützte, ebenso wie ein kleiner arabischer Obst- und Gemüseladen (Mal Asham) an der Bergstraße und eine große deutsche Bäckerei (Malzers)diese wunderbare Hilfsaktion, um den muslimischen Menschen auch nach der festgesetzten letzten Mahlzeit um 18.00 Uhr in der ZUE noch eine warme Mahlzeit anbieten zu können. Für die restlichen Einkäufe spendeten Familien und Einzelpersonen  bisher  300 Euro. Es war ein wundersames Miteinander der Hilfe – auch die Dosen und Verpackungen wurden gespendet. Marler Bürgerund Bürgerinnen, die von diesem Projekt hörten und aus unterschiedlichen Gründen Lebensmittel retten mussten, spendeten diese ebenso für die Aktion. Um die Hygienevorschriften einzuhalten, kauften die Frauen des Vereins besondere Verpackungen dazu. Jeden Tag gegen 20.30 Uhr kam Sami  Naoui, ein tunesischer Mitarbeiter der ZUE mit dem Auto und holte die kalten und warmen Speisen ab.Wenn man sich überlegt, wieviel da für 40 Hilfsbedürftige pro Tag für 10 Tage zusammenkam, dann können alle wahrlich stolz darauf sein.  Die Geflüchteten bedankten sich immer wieder auch mit Briefen dafür, dass sie in unserer Stadt nicht vergessen werden.  „Das Leben unter Corona-Bedingungen ist für uns alle nicht leicht, aber wir alle sollten doch einmal in die Rolle eines Geflüchteten schlüpfen, der in einer zentralen Landesunterkunft leben muss, ohne Rückzugsmöglichkeiten, ohne eigene Einrichtung, die behaglich ist, ohne eigene Küche,  ohne private sanitäre Räume, ohne Balkon oder Garten – und alles immer mit ungewisser Zukunft! Darum sollten wir hier in Marl die Geflüchteten im Auge behalten und ihnen helfen, irgendwo in dieser Welt das „Gefühl von Heimat“ wieder zu finden!“  Diese Gedanken bewegten Jusra und Rahma und Meriam, während sie die Speisen kochten … und wie selbstverständlich die Vereinsküche wieder sauber hinterließen.

 

Meriam Lihedheb-Khaled, Jusra Arroum, Rahma Lihedheb

Friedensweg e.V.
Wiesenstr.22, 45770 Marl
Tel. 0176 72278839
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Vorsitzende Intisar Saif

Verantwortlich für den Text: Meriam Lihedheb-Khaled und Beatrix Ries vom Verein