Vom Auftakt des 22. Abrahamsfestes in der Synagoge für den Kreis Recklinghausen, in Recklinghausen.

Vom Auftakt des 22. Abrahamsfestes Marl.Kreis Recklinghausen am Sonntag, 18.9.22:

 Es war ein sehr gelungener Auftakt. Es kamen ca 90 Menschen in der Synagoge in Recklinghausen zusammen und feierten diesen Auftakt mit dem Leitsatz „Wir stehen auf festem Grund – unser Friedensauftrag in Tora, Bibel und Koran.“ Passend zum Thema des ganzen 22. Abrahamsfestes 2022: „Dicke Bretter bohren – Kraftquellen und Vorbilder“; dessen Schirmherr  Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi (Universität Münster und dessen Zentrum für Islamische Theologie) ist.

Der Auftakt gelang in friedlicher, warmer Atmosphäre.  Im  1 1/2-stündigen Programm verteilt erklang gute Musik aus Judentum, Christentum und Islam. Richtungsweisend waren die Lesungen aus der Tora (die Schülerin Evelina Nowitzka), aus der Bibel (der Auszubildende Patrick Höfken) und aus dem Koran (die Religionsbeauftragte Zisan Bolat). Aktuell waren  die Ansprachen: vom Haushern Dr. Mark Gutkin (Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis RE), vom Festredner Dr. Matthias Schreiber, von der Kulturdezernentin Marls Frau Claudia Schiwdrik-Grebe. Vorbeter und Kantor Isaac Tourgman vollendete diesen ersten Teil des Auftaktes, indem er das Shofar-Horn erklingen ließ  im Blick auf das am 26.9. gefeierte Neujahrsfest Rosh ha-Schana und indem er mit Tora-Lesung und Segen einlud zum koscheren Essen im Festzelt.

Als Gastredner erinnerte Dr. Matthias Schreiber (Religionsbeauftragter im Landtag NRW und langjähriger Mitarbeiter bei Johannes Rau als Ministerpräsident NRW und dann als Bundespräsident) eindringlich an die Menschenrechte und die Grundrechte in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, die sich zusammenfassen lassen in der „Goldenen Regel“ „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu!“; diese „Goldene Regel“ – so Schreiber – verdankt sich den viel- fältigen religiösen und philosophischen Überlieferungen der ganzen Menschheit.

Musik aus den drei Religionen erklang vom Vokalensemble der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, vom Bläser-Duo Shawn Faber/Rüdiger Beckemeier und von Nadin Tanriverdi mit ihrem Gesang zum Saz-Spiel.

Durch das Programm führte Student Sami Yesil, der zusammen mit Patrik Höfken auch zu weiteren Höhepunkten des 22. Abrahamsfestes einluden; die Marler Kulturdezernentin Frau Schwidrik-Grebe hatte in ihrer Rede bereits eingeladen zur Uraufführung von „Abunuya“ am 19.Nov. 2022, 17 Uhr, im Theater Marl; dieses neue Werk verdankt sich der Zusammenarbeit von Aeham Ahmad (dem Pianisten zweier Welten Syrien/Deutschland) und André Buttler (künstlerischer Leiter der Jungen Vielharmonie Marl) und ist eine besondere Zusammenarbeit der Stadt Marl und des 22. Abrahamsfestes.

Im Festzelt kam es zu vielen guten Gesprächen – Begegnungen sind immer wichtig; und erwärmend an diesem regnerischen kühlen Sonntag, wo das schmackhafte Essen, das Isaac Tourgman mit seinen Söhnen vorbereitet hatte, allen mundete.

Diesem bemerkenswerten Auftakt am 18.9.22 in der Kreis-Synagoge in Recklinghausen folgen bis Mitte Dezember ca 20 Veranstaltungen. Einzelheiten dazu auf der Homepage „Abrahamsfest-Marl.de“

 

gez. Hartmut Dreier

Urbaner Kontext vom 22. Abrahamsfest

„In C Marler Partitur“ – die weltweit bekannte Choreografin und Tänzerin Sascha Waltz brachte mit ihrem Team, mit „die Neuen Auftraggeber“, am vorigen –Wochenende, 10./11.Sept. 2022 Marl zum Tanzen.

Zustande kam diese Kooperation durch Engagement von Einzelnen in Marl, die sich „Zukunft findet Stadt“ nennen. Sie überzeugten die „Neuen Auftraggeber“ (denke an Francois Hers). Die Neuen Auftraggeber (Berlin) entdeckten den Charme der Stadt Marl und diese zusammen  gewannen Sascha Waltz. Zusammen animierten sie verschiedene Tanz-Adressen wie Tanz Kreativ und Tanzschule Klein, die weiterführenden Schulen in Marl: Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium, Gymnasium am Loekamp, die beiden Gesamtschulen Martin Luther King und Willy Brandt sowie das Hans Böckler Berufskolleg. Die Musikschule der Stadt Marl und das Skulpturenmuseum Marl waren die ganze Zeit sehr aktiv; die Stadt Marl – Bürgermeister Arndt und Kulturdezernentin Schwidrik-Grebe förderten nach Kräften, die Kluth- Stiftung. Förderung kam auch von Evonik und vor allem von der Kulturstiftung des Bundes und der Kultur-Kanzleramtsministerin.

Was in diesen Gruppen in vielen Wochen erarbeitet wurde, wurde getanzt in den Öffentlichen Räume in Marl vor bemerkenswerten baukulturellen „Ikonen“ der Ruhrmoderne: ein ganzes Wochenende lang:  am regnerischen Samstag, 10.9.22 (notgedrungen ein wenig und „indoor“) und am Sonntag, 11.9.22 bei strahlendem Sonnenschein von 15 – 18 Uhr: Hunderte von Menschen zogen mit bunten Fahnen und Kuhglockengeläut von Station zu Station: Scharounschule, Hügelhäuser, Theater Marl mit La Tortuga von Vostell, der Skulpturenpark am Rathaus, das Grimme-Institut und schließlich die Forumsplatte zwischen Marler STERN und Busbahnhof. In jeder Station  tanzte jeweils eine „lokale“ Gruppe, immer nach den „hypnotischen“ Klängen des US-Amerikanischen Terry Riley. Auf der Forumsplatte tanzten sie alle zusammen, mehr als 120 Menschen, choreografisch überzeugend und überwältigend im bunten Wechsel – Profis und fortgeschrittene sowie „Amateure“, alle Generationen und Kulturen, Männer und Frauen. Sascha Waltz: “Das ist wirklich das ungewöhnlichste Projekt in meiner ganzen Karriere“! Diese Stadt lebt! Weitere Zusammenarbeit ist angedacht. Tanzen überwindet Grenzen, tanzen kann eigentlich jedes Lebewesen, dazu inmitten dieser baukulturellen Schätze in Marl aus der Nachkriegsmoderne. Wer weiß was noch kommen mag.

Die Fotos auf der Fotogalerie sind von: Stefan Pieper, Ulrich Spies, Rene Lankeit.

  1. auch www.Zukunft-findet-Stadt-Marl

gez. Hartmut Dreier

Auftakt vom 22. Abrahamsfest am SO 18.9.22 um 17 Uhr in der Synagoge in RE.

Am SO, 18.9.2022, 17 h ist der Auftakt des diesjährigen 22. Abrahamsfestes in der Kreis-Synagoge in Recklinghausen, Am Polizeipräsidium 3. Der zweiteilige Auftakt hat Reden, Musik und Essen mit Gesprächen. Es erklingt Musik aus den drei Abrahamitischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam. Es kommen zu Gehör Kernaussagen aus Tora, Bibel und Koran. Den Eröffnungsvortrag hält Dr. Matthias Schreiber, er ist im Landtag NRW seit Jahren engagiert für friedliche religions-politische Beziehungen zwischen den Religionen und NRWs Politik. Er ist von Hause aus ev. Theologe, hat im vorigen Jahr das Thema „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ mit erfunden und war Verantwortlicher im Planungsstab von Bundespräsident Johannes Rau (Berlin). Auch jüngere Personen wirken im Auftakt mit, zudem Hausherr Dr. Mark Gutkin (Vors. der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis RE) und Isaak Tourgman (Vorbeter). Für die Städte im Kreis spricht anstelle von Marls Bürgermeister Arndt Frau Claudia Schwidrik-Grebe, Kulturdezernentin in Marl.

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Presseinfo der veranstaltenden CIJAG Marl

Quelle: Medienhaus Bauer, Marl

https://www.marler-zeitung.de/marl/abrahamsfest-2022-will-in-marl-dicke-bretter-bohren-w1785471-p-9000235029/

Presseinfo der veranstaltenden CIJAG Marl:

 

„Anhaltspunkte für die Öffentlichkeitsarbeit.  Wir feiern in diesem Jahr das 22. Abrahamsfest. Dabei fällt auf, dass das 20jährige Jubiläum ins Coronajahr 2020 fiel und von den geplanten Veranstaltungen nur wenige stattfinden konnten. Im Jahr darauf haben wir die wichtigsten nachgeholt – leider nicht alle -, aber die Lesung mit Pei-Yu Chang „Wem gehört der Schnee?“ darf nun endlich dieses Jahr stattfinden (23.9. 18 h Türmchen).

Unser Thema diesmal: „Dicke Bretter bohren – Kraftquellen und Vorbilder“ spricht von 2 Erfahrungen: Integrationsarbeit, das Bemühen um Verständigung über Unterschiede und Grenzen hinweg, hört nie auf. Begegnung, eine Erweiterung des Horizonts ist bereichernd, macht Freude, ist zuweilen aber auch mühsam und kräftezehrend und muss mit neuen Menschen, einer neuen Generation und neuen Mitarbeitenden in den Gruppen und Institutionen immer wieder auch neu angestoßen werden. Das ist das Eine, das Andere: Zur Integration gibt es keine Alternative, denn die Herausforderungen, vor denen wir als Gesamtgesellschaft stehen, werden wir nur gemeinsam bewältigen. Die Überlebensziele: Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, die seit den Anfangszeiten der CIJAG Programm sind, sind heute drängender denn je. Da brauchen wir Inspiration durch Menschen, die mit ihrem Leben, ihrem Beispiel Mut machen. Und davon haben wir einiges im Programm…

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